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80 km Streckenflug vom Niederrhein ins Münsterland am 3.9.17 PDF Drucken E-Mail

Von Peter Jeskulke

 

 

 

 

 

Samstag, 2.9.17, wir hatten schon lange eine Familien-Motorradtour geplant, sie sollte ins Sauerland gehen. Labiles Wetter, NW-Wind, Staubewölkung im Sauerland, Regen angesagt. Also umdisponiert, Treffpunkt im Münsterland, und...den ganzen Tag trockenes Traumwetter! 10 Uhr Treffpunkt in Lavesum, 11 Uhr Pause am Kanal, ich guck in den Himmel, perfekte Kumuli!


 

Na, denk ich, ist ja labil, die werden ganz schnell hochschießen! War aber nicht so, kein Schauer, herrlichstes Thermikwetter, erst gegen Abend Überentwicklungen! Für Sonntag war das Wetter etwas stabiler angesagt, so reifte schon auf dem Moped mein Entschluß, den Sonntag in der Luft zu verbringen.

 

Dann passte alles zusammen: Sonntag, Thomas war Flugleiter (und Windenfahrer), noch andere Windenfahrer waren angemeldet, also durften Erika und ich sich heute vor dem Windefahren drücken. Leider kurze Schleppstrecke, aber schon der 2. Schlepp brachte Thermik, ich schraubte mich über der Halde unter eine Wolke.

Christian am Seil nach mir,  einige Kreise gedreht, aber es reichte leider nicht. Erika danach, klinkte frühzeitig und drehte sofort ein und kam näher. Sollte es heute mal klappen, dass wir zu zweit auf Strecke gehen, und dann noch früh am Tag mit guter Wolkenthermik? Ich bezog kurz eine Parkposition etwas abseits, stieg dann wieder knapp über Erika in die Thermik ein, wir machten gemeinsam Basis bei 1100 m. Und los gings!

Paarfliegen "par excelence"

Die Wolken standen dicht genug, man fand schnell wieder neues Steigen, es war toll, gemeinsam zu drehen, das Zentrieren ist dabei viel einfacher! Ruhige Thermik, Zeit zum fotographieren und filmen, nach oben hin unter den Wolken etwas zäh, dafür aber auch nicht die Gefahr eines ungewollten Wolkenflugs.

 

 

Die Landschaft zog unter uns her, der herrliche Rhein mit seinen Schleifen und Auen, Rheinberg, Alpen, die Lippe-Auen, Schleuse Friederichsfeld an der Mündung des Wesel-Dattel-Kanals in den Rhein, dahinter Wesel, die Rheinbrücke, alles zu Greifen nah!


 

Dann lag einem das Münsterland zu Füßen, uns gut bekannt durch viele Ausflüge, Rad- und Motorradtouren, aber noch nicht aus dieser Höhe!!

 

 

Die Wolkenschatten auf dem Boden wurden größer, einige blaue Löcher auch. Unter der Basis jetzt bei fast 1400 m wurde es ganz schön schwarz, beim Blick in die Ferne konnte man aber immer gut erkennen, dass es noch keine Überentwicklungen gab.

 

 

Bei Schloß Raesfeld nochmal gedreht, es zog nicht durch, weitergeflogen...... und fast am Boden gestanden. Kurz vor dem schönen Ort Heiden dann 80 m über dem Boden ein rettender Bart, wir waren wieder im Rennen! Der Tacho zeigte schon 50 km Strecke, ab jetzt nahmen wir alles als Zugabe. Reken schräg unter uns , südöstlich die Wildpferdebahn bei Meerfeld, dahinter der Haltener Stausee im Dunst.

Coesfeld am Horizont, fast schon im Gleitwinkel. Blick aufs Vario, die Lufträume von Münster/Osnabrück waren noch 20 km entfernt. Kurz vor Coesfeld einen Waldrand als Abrißkante angeflogen, rechts und links gesucht, noch 450 m Höhe, nichts gefunden. Auch versetzt geflogen konnte keiner für den anderen der Thermikanzeiger sein, wie es zuvor so oft geklappt hatte. Weitergeflogen, unter uns der Schießstand Flamschen der Kreisjägerschaft Coesfeld, was für ein Getöse! Vielleicht haben die die heiße Luft produziert, jedenfalls gings dann wieder bergauf für uns. Ich machte Basis, Erika konnte aber keinen Bart mehr so ausdrehen, dass sie zu mir aufschließen konnte. Sie ließ sich mit der Restthermik des Spätnachmittags noch bis kurz vor Billerbeck treiben und fand eine schöne Landewiese an einem kleinen, alten münsterländer Kotten. Ich flog noch näher an Billerbeck heran für schöne Fotos, zentral der herrliche Dom mit dem Doppelturm,

 

 

und landete dann auch bei Erika ein.

Emil, der Besitzer des Kottens und der Wiese stand mit einer Bekannten am Grundstücksrand, ich wurde mit Hallooo und mit einem " soll ich schon mal Kaffee kochen?" begrüßt! Da sagt man nicht nein.

 

 

Also saßen wir im schönen Garten und klönten, es war gemütlich. Jörg bot sich telefonisch an, uns kurz (wie er dachte) abzuholen, und ich vergaß, nicht ganz ohne Eigennutz, ihm zu erklären, wie weit es bis Billerbeck ist. Er nahm unseren VW-Bus, so konnten wir auf dem Rückweg noch Christian abholen, der nach seinem 4. Schlepp doch noch 65 km bis Lette geschafft hatte. Was für ein Tag, wir werden noch lange davon träumen!

Wer sich noch ein paar Minuten einen kleinen Film vom Flug ansehen möchte, kann dies hier tun.

 

Viele Grüße

 

Erika und Peter

 
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